
Am 03. Oktober 2026 hat das /Spontane Südstadt-Bündnis //gegen Rechts!/ in Köln zusammen mit der Demo der Antifa Rhein-Erft einen geplanten rechts-nationalistischen Aufmarsch von Aktivist*innen aus dem AfD-Umfeld verhindern können.
Dieser wollte vom Chlodwigplatz aus durch die Stadt zum Roncalliplatz ziehen. Durch viele tausend Menschen, die sich dem Marsch entgegenstellten, durch Demonstrationen und Straßenblockaden rund um den Chlodwigplatz, konnten die rechten Hetzer*innen, die es bis zum Chlodwigplatz geschafft hatten, ohne Marsch und ohne ihr politisches Ziel erreicht zu haben, wieder nach Hause zurückgeschickt werden. Nur weil wir so viele Menschen waren, konnte auch die Polizei den Rechtsradikalen nicht den Weg freimachen. Ein großer gemeinsamer Erfolg für organisierte Antifaschist*innen und eine stabile Stadtgesellschaft, die zusammenstanden und sich nicht haben auseinanderdividieren lassen.
queergestellt war Teil des Gegenprotests und des Südstadt-Bündnisses. In einer Rede wiesen wir darauf hin, dass die Rechten auf dem Chlodwigplatz u.a. sogenannte Stolz-Monat-Flaggen zeigten, eine Abwandlung der Regenbogenfahne mit Streifen in Schwarz-, Rot- und Gelbtönen. Diese Flagge ist eine ausdrücklich queerfeindliche und nationalistische Reaktion auf Regenbogenfahne und Pridemonth der LGBTIQ+ Bewegung. Damit wird die Emanzipation und Freiheit von queeren Menschen kampagnenartig angegriffen und es werden ein in der Nation gleichgeschaltetes Geschlechterbild und Heteronormativität propagiert. Wir dankten den anwesenden Gegendemonstrant*innen dafür, dass sie auch gegen Queerfeindlichkeit hier auf der Straße standen und so für Diversität und dafür einstehen, dass sich niemand mehr verstecken muss.
Zudem wiesen wir auf ein Transparent mit der Aufschrift „Free Maja“ an der Bühne hin, mit dem die Freiheit der Menschen gefordert wird, die wegen antifaschistischen Widerstands in Budapest 2023 inhaftiert sind. Maja ist ein*e nonbinäre Mitstreiter*in, die rechtswidrig gegen einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von deutschen Behörden an Ungarn ausgeliefert worden ist. Wir erinnerten daran, dass unsere Gruppe bereits 2011 zusammen mit Unterstützer*innen nach Budapest zum Pride-March gereist war, um die queeren Menschen dort gegen Rechtsradikale zu unterstützen, die in den Jahren zuvor den Pride-March blutig zusammengeschlagen hatten. Auch aus dieser Erfahrung heraus verteidigten wir unsere Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand und stellen uns hinter all die Menschen, die sich Rechtsradikalen auch für unsere Freiheit entgegenstellen.
queergestellt wird sich als queere linke antifschistische Gruppe auch zukünftig rechtsradikalen Elementen und rechtem Gedankengut entgegenstellen und ist Teil des Bündnisses Köln gegen Rechts (KgR).